Nicht alle Busse bleiben stehen
In den meisten Städten werden nicht alle Busse, Trams und U-Bahnen ausfallen. Zum einen wird ein Teil der Busse von beauftragten Unternehmen betrieben, die nicht unter den Tarifvertrag fallen, zum anderen liegt die Streikbeteiligung erfahrungsgemäß nicht bei 100 Prozent.
- Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erwartet bei Bussen einen stark eingeschränkten Betrieb. Im 20 bis 60 Minuten-Takt sollen die Busse fahren. Die U-Bahn sind aus Sicherheitsgründen aktuell außer Betrieb. Ob später zumindest eine Linie fahren könne, hänge davon ab, ob genug Personal den Dienst antrete. Ähnlich sieht es bei der Tram lassen.
- Bei den Stadtwerken Augsburg stehen vor allem die Straßenbahnen. Nur 8 Stück sind da heute unterwegs. Dementsprechend kommt es auch da zu erheblichen Verspätungen.
- Auch in Nürnberg sollen die U-Bahnen stehen bleiben. Bei den Bussen ist geplant, auf Basis der Nachtlinien 14 Linien zu betreiben, die jeweils zur vollen Stunde am Hauptbahnhof starten.
- In Bamberg fahren alle Buslinien einmal pro Stunde sternförmig vom Zentralen Omnibusbahnhof los. Die Schulbusse fahren regulär.
- In Schweinfurt erwarten die Stadtwerke, dass der Stadtbusverkehr größtenteils zum Erliegen kommt. Davon betroffen sei insbesondere auch der Schulbusverkehr.
- In Regensburg werden nach Angaben des Verkehrsverbunds „weitgehend alle Fahrten“ der Stadtbusse entfallen. Betroffen seien auch die Schulbus-, die CAMPUS- sowie die Express-Buslinien in der Stadt. Regionalbusse hingegen würden fahren.
Großer Unterschied zwischen Angebot und Forderung
Hintergrund des bundesweiten Warnstreiks sind die aktuellen Tarifverhandlungen für den Nahverkehr, die bisher nicht zu einem Ergebnis gekommen sind. Die Gewerkschaft fordert dabei unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um 3,5 Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Die Arbeitgeber halten dies für unerfüllbar und hatten stattdessen unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5,0 Prozent in zwei Schritten vorgeschlagen. Zudem sollten Ausbildungsgehälter in zwei Schritten um insgesamt 150 Euro steigen – jeweils bei einer Laufzeit bis Ende 2027.
In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten. 2023 waren bis zu einer Einigung fünf Verhandlungsrunden nötig. Auch damals gab es Warnstreiks.