Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zum Inhalt des Schreibens. Laut dem Verdi-Landesbezirk Bayern stand darin, dass alle Beschäftigten der Gewerkschaft «an Milzbrand sterben» sollten. Als Begründung wurden demnach die Streiks genannt.
Angst und Verunsicherung
«Ganz offensichtlich wollen die Täter Angst und Verunsicherung verbreiten», teilte die Verdi-Landesbezirksleiterin Luise Klemens mit. «Wir verzeichnen in den letzten Monaten eine Zunahme von Drohungen, die sich im Kern dagegen richten, dass die Menschen ihr demokratisches Grundrecht auf Streik wahrnehmen.»
Entwarnung nach mehreren Stunden
Der Drohbrief hatte am Mittwoch für einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften am Gewerkschaftshaus am Kornmarkt gesorgt. Später ergaben Analysen, dass die weiße Substanz ungefährlich ist.
Als der Brief am Mittwochvormittag bei Verdi einging, befanden sich nach Angaben der Stadt elf Menschen auf der Etage. Mindestens drei davon kamen in Kontakt mit dem Pulver. Eine Person musste laut dem Bayerischen Roten Kreuz betreut werden, weil der Vorfall sie psychisch belastete. Die Betroffenen kamen vorsichtshalber vorübergehend in Quarantäne.