Eine Sprengstoffattrappe hat in Ismaning bei München einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, soll es sich dabei um einen Wecker gehandelt haben. Zunächst bestand der Verdacht, dass es echter Sprengstoff sein könnte. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte an.
Auslöser des Einsatzes war demnach die Sorge um einen 63 Jahre alten Bewohner, der längere Zeit nicht gesehen worden war. Einsatzkräfte öffneten am Donnerstag seine Wohnung und trafen den Mann an – er befand sich in schlechtem Gesundheitszustand und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Spezialkräfte durchsuchten die Wohnung des 63-Jährigen
Die Beamten entdeckten dann einen verdächtigen Gegenstand. Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Wohnungen des Mehrfamilienhauses und des Nachbarhauses vollständig evakuiert. Spezialkräfte, darunter auch Einheiten des Landeskriminalamts und ein Spezialeinsatzkommando, durchsuchten die Wohnung des 63-Jährigen.
Nach Angaben eines Polizeisprechers stellte sich der «Wecker in Dynamitstangen-Optik» als harmlos heraus. Allerdings fanden die Einsatzkräfte in der Wohnung etwa 30 Schusspatronen, drei Anscheinswaffen, fünf Messer und Gegenstände aus der NS-Zeit, darunter Hakenkreuzbinden und Hitler-Darstellungen.
Die Polizei ermittelt jetzt gegen den 63-Jährigen wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der Mann war der Polizei bisher nicht bekannt. Der Staatsschutz werde über den 63-Jährigen informiert, teilte die Polizei mit. Nach drei Stunden konnten die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.