«Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass einmal ein Elch durch unsere Stadt laufen würde», sagte der Bürgermeister von Zelezna Ruda, Filip Smola, dem Blatt. Es sei «ein Erlebnis für das ganze Leben» gewesen. Für eine Weile habe er sich allerdings Sorgen um das Tier gemacht, weil es sich entlang einer Bahnstrecke bewegt habe. Zelezna Ruda grenzt unmittelbar an die Gemeinde Bayerisch Eisenstein im niederbayerischen Landkreis Regen.
Begeisterung im Internet
Bereits vor wenigen Tagen hatte die Bürgerinitiative «WeLoveSumava» bei Facebook ein Video gepostet, auf dem ein Elch, wahrscheinlich Emil, einen Waldrand entlangwanderte. «Er möchte reisen und unser schönes Land entdecken», schrieb ein Internetnutzer. «Man sollte seinen Aufenthaltsort nicht veröffentlichen, damit die Menschen ihn in Ruhe lassen», meinte hingegen ein anderer.
Elch Emil wurde im vorigen Herbst in Österreich nahe einer Autobahn für die Umsiedlung betäubt und am Rande des Böhmerwalds im Grenzgebiet zu Tschechien ausgesetzt. Bis dahin hatte seine Wanderung durch teils dicht besiedelte Gebiete für Schlagzeilen und einen regelrechten Hype in den sozialen Medien gesorgt. Seine Wanderung begann wahrscheinlich in Polen.
Elche kehren zurück
Elche galten in Tschechien für rund 400 Jahre als ausgestorben. Inzwischen haben sich wieder zwei kleine Populationen in Südböhmen etabliert. Tierschützer rufen dazu auf, die scheuen Tiere in Ruhe zu lassen und nicht zu bedrängen. Der Elch ist der größte lebende Vertreter der Familie der Hirsche.