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Diese Songs kennt wirklich jeder… 19.12.2025

Die Geschichten hinter den beliebtesten Weihnachtssongs aller Zeiten

Der absolute Klassiker

Die Weihnachtszeit ohne „Last Christmas“ ist wie Ostern ohne Eier – undenkbar! Legendär ist aber nicht nur der Song selbst, sondern auch die Geschichten und Mythen dazu. Vor allem die zu dem passenden Video.

Ursprünglich will die gut 40-köpfige Filmcrew im Wintersport-Ort Gstaad drehen. Dort haben sie zu der Zeit aber keinen Schnee, also weicht die Truppe nach Saas-Fee aus. Das Chalet aus dem Video ist in Wirklichkeit ein Privathaus, dort drehen sie damals 1984 die Außenaufnahmen. Haken an der Sache – das Haus hat keinen offenen Kamin und den braucht es für die Stimmung im Video unbedingt. Deshalb entstehen die Innenaufnahmen in einem ziemlich schäbigen Gemeindesaal. Dort gibt es einen Kamin und nachdem alles dekoriert ist, schaut es auch gemütlich aus!

Und überhaupt ist viel ziemlich improvisiert: In der Nacht vor dem Videodreh kleben Tourismusleute noch kurzerhand einen „Saas-Fee“-Aufkleber auf die Seilbahngondel, die später auch im Video zu sehen ist. Aus einer Last Minute-Idee wird so ein kleiner Marketing Coup.

Im fertigen Video herrscht Harmonie pur! Alles schaut warm aus, alles schaut weich aus. Und trotzdem: harmonisch geht es beim Dreh nicht zu. Die beiden Popstars George Michael und Andrew Ridgeley haben damals Zoff und wollen in zwei separaten Hotels untergebracht werden, die so weit wie möglich voneinander entfernt liegen.

Bis heute schmückt sich der Touristenort Saas-Fee mit „Last Christmas“. In der Gemeinde gibt es ein „Last Christmas“-Denkmal mit den Köpfen der beiden Popstars, außerdem u.a. Führungen zu den Originalschauplätzen des Videodrehs.

 

Der Anruf kommt mitten im Sommer

Die Plattenfirma von Queen ist 1984 der Meinung, dass die Jungs unbedingt einen Weihnachtshit aufnehmen sollten - so wie viele andere Stars zu dieser Zeit auch. Weil so ein Song eine gewisse Vorlaufzeit braucht meldet sich die Plattenfirma schon Monate vor der Adventszeit.

Der Haken an der Sache: Die Band hat für so ein Weihnachtsabenteuer eigentlich überhaupt keine Zeit. Kurz vor einer Tour gibt es für die Jungs nur ein kleines Zeitfenster für Freizeit und vor allem Freddie Mercury will diese wertvolle Freizeit nicht auch noch opfern. Also arbeiten Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor unabhängig voneinander an einem Weihnachtssong. Brian Mays Vorschlag fällt bei den Bandkollegen durch, "Thank God it's Christmas", der Song von Roger Taylor, kommt deutlich besser an. Der Rest ist schnell erzählt: zwischen Tür und Angel nehmen die Jungs den Song im Studio auf.

Nur - ein großer Wurf wird die Nummer erstmal nicht. Das liegt zum einen daran, dass es 1984 noch jede Menge anderer Weihnachtssongs in den Charts gibt. Und - es gibt kein ordentliches Musikvideo dazu. Das ist damals Mitte der 80er tödlich. Queen haben schlicht keine Zeit ein Video zu drehen, also werden irgendwelche Konzertschnipsel aneinander geschnitten und das schaut am Ende einfach armselig aus.

Die Startschwierigkeiten von damals sind längst Geschichte. Seit vielen Jahren gehört "Thank God it's Christmas" zu den beliebtesten Weihnachtspopsongs überhaupt.

 

 

Wer im Advent einen Weihnachtshit landen will fängt meist schon im Sommer an daran zu arbeiten

Im Juli 1994 brennt draußen die Sommersonne vom Himmel und drinnen hat Mariah Carey das ganze Haus weihnachtlich geschmückt. Sie will in die richtige Stimmung kommen. Mariah ist damals 25, sitzt mit einem kleinen Keyboard im Wohnzimmer neben ihrem Christbaum und schreibt einen Song. Als sie die Melodie fertig hat spielt sie sie ihrem Produzenten vor und der ist alles andere als begeistert. Die Melodie sei viel zu einfach, sagt er. Das sei eher so ein Übungsstück für den Klavierunterricht.

Mariah Carey setzt sich zwar durch und nimmt den Song auf, aber es schaut lange so aus als hätte der Produzent Recht, als sei das alles kein großer Wurf.

Die Nummer braucht ein paar Jahre Anlauf um erfolgreich zu werden. Aber mittlerweile gehört sie zur Weihnachtszeit wie Plätzchen und der Christbaum, wie Glühwein und Kerzenschein. Wird so gut wie jedes Jahr wieder Nummer eins der Charts. Und das liegt zum einen an der mitreißenden Melodie und zum zweiten an dem Text. Denn es ist egal, wer die Botschaft dieses Weihnachtshits an wen übermittelt. Der Freund an die Freundin, der Vater an den Sohn - am Ende ist es ganz einfach:

Alles, was ich an Weihnachten brauche, bist Du! – All I want for Christmas is you.

 

Kevin allein in New York

Der Film ist längst ein Weihnachtsklassiker, der uns seit 1992 jedes Jahr aufs Neue verzaubert - ob im Kino oder im Fernsehen.

Damals braucht es einen Weihnachtssong für den Film und Steven van Zandt nimmt sich der Sache an. Moment mal, Steven van Zandt!? Ja, genau der! Das ist der Gitarrist aus Bruce Springsteens E-Street Band, der immer mit Kopftuch neben dem Boss steht. Dieser Steve schreibt einen Weihnachtssong und trommelt dafür die komplette E-Street Band (und The Miami Horns, mit denen Bruce Springsteen auch schon auf Tour war) zusammen.

Der Weihnachtssong selbst klingt tatsächlich ein bisschen so, als könnte ihn locker auch Bruce Springsteen singen. Nur singt ihn eben nicht der Boss, sondern Darlene Love. Die hat zu der Zeit schon jede Menge Weihnachtslied-Erfahrung, zum Beispiel bei „Christmas (Baby please come home)“.

Die komplette E-Street Band haut sich rein. Clarence Clemons spielt Saxophon, Patti singt im Backgroundchor. Sie ist Bruce Springsteens Frau.

Raus kommt ein Weihnachtssong, der richtig vorwärts geht und der eine einfache Botschaft hat: niemand sollte an Weihnachten alleine sein. "All alone on Christmas" wird zum großen Erfolg für Darlene Love - genauso wie der passende Film.

 

 

Vom Horrortag zum absoluten Weihnachtsklassiker

Es ist ein Horrortag für Chris Rea, damals kurz vor Weihnachten 1978. Chris hat einen Termin in den legendären Abbey Road Studios in London. Bei der Gelegenheit sagt ihm seine Plattenfirma, dass sie den Vertrag mit ihm nicht verlängern werden. Dann kommt Chris Reas Manager und kündigt die Zusammenarbeit ebenfalls. Chris Rea ist damals fast pleite und hat kein Geld mehr dabei. Da streicht ihm die Plattenfirma auch noch das Zugticket für die Heimfahrt von London nach Middlesbrough. Frohe Weihnachten! Schlimmer kann es eigentlich kaum noch werden. Der einzige Mensch, der gefühlt noch zu Chris Rea hält, ist seine Frau Joan Lesley. Sie fackelt nicht lange, setzt sich in ihren Mini Cooper und holt ihren Mann in London ab. Die Entfernung einfach: gut 400 Kilometer. Auf dem Rückweg fängt es an zu schneien und die beiden stehen ewig lange im Stau. Chris beobachtet um sich herum viele andere Fahrer, die alle ziemlich mürrisch ausschauen. Und er fängt an zu summen, eher sarkastisch – „We‘re driving home for Christmas…“. Während er so vor sich hin improvisiert wird ihm klar, dass er da gerade eher zufällig einen Songtext schreibt. Noch im Stau schreibt er den Text fertig, zuhause landet der dann in einer Schublade und bleibt dort auch erstmal. Jahre später probieren Chris Rea und dessen Pianist ein neues Klavier aus und Chris improvisiert eine Melodie. Kurz danach wird ihm klar, dass der Text von damals auf dem Stau perfekt auf die Melodie passt. Eigentlich will Chris Rea nie einen Weihnachtssong schreiben, aber dann bringt er 1986 doch einen raus. Einen Song, der acht Jahre zuvor an diesem Horrortag in London seinen Anfang nimmt und der heute längt ein Weihnachtsklassiker ist: „Driving home for Christmas“.

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