Die Polizei in Nürnberg hat nach Angriffen auf einer Demonstration die Wohnungen von mehreren Verdächtigen durchsucht. Dabei handle es sich um mutmaßliche Demonstranten aus der linken Szene, sagte ein Polizeisprecher. Diese stehen ihm zufolge im Verdacht, während Gegendemonstrationen zu einer Versammlung der Gruppe «Team Menschenrechte Nürnberg» mehrere Polizeibeamte angegriffen und acht von ihnen verletzt zu haben.
Bei den Durchsuchungen von insgesamt 24 Objekten sei es darum gegangen, Beweismittel zu sichern, teilte die Polizei mit. Als Orte wurden Nürnberg, Erlangen, Fürth, Hersbruck, Heroldsbach, Baiersdorf, Passau, Senden, Leipzig und Münster genannt. Hintergrund seien Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs. «Die Durchsuchungen verliefen problemlos», hieß es zunächst. Später teilte die Polizei mit, Beamten hätten eine Beschuldigte nach einem Fluchtversuch vorläufig festgenommen. Zudem hätten Polizisten mögliche Beweismittel wie Kleidung und Mobiltelefone sichergestellt.
Der bayerische Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe «Team Menschenrechte Nürnberg», weil sich deren politische Zielsetzung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten könnte. Diese ruft regelmäßig in Nürnberg zu Demonstrationen auf, an denen sich auch immer wieder Anhänger der rechtsextremen Szene beteiligen.
Bei der Versammlung im April vergangenen Jahres zogen nach Polizeiangaben zwischenzeitlich etwa 400 Teilnehmer durch die Nürnberger Innenstadt. Gegendemonstranten versuchten demnach immer wieder, zu der anderen Versammlung zu gelangen und den Demonstrationszug zu blockieren. Dabei kam es laut Polizei immer wieder zu Angriffen auf Polizeikräfte. Inzwischen habe man eine Reihe von Tatverdächtigen ermittelt, sagte der Polizeisprecher.