
Söder reist zum Sudetendeutschen Tag - und zum Präsidenten
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält trotz gewissen Gegenwinds in Tschechien an seinen Reiseplänen zum Sudetendeutschen Tag nach Brünn fest – und reist anschließend weiter zum tschechischen Präsidenten nach Prag.
«Ich will es hier auch nochmal deutlich sagen, nach mancher Debatte in Tschechien: Ich werde natürlich zum Sudetendeutschen Tag fahren nach Brünn. Das ist ein Bekenntnis zu den Sudetendeutschen», sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. Und er habe jetzt auch eine Einladung bekommen vom tschechischen Präsidenten Petr Pavel. Den werde er noch am selben Tag in der Prager Burg besuchen – «auf seine Einladung, was mich sehr gefreut hat», betonte Söder.
Das jährliche Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft soll vom 22. bis 25. Mai in Brünn (Brno) stattfinden – und damit erstmals in Tschechien. Die ultra-rechte Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) hatte aber zuletzt eine Entschließung ins tschechische Parlament in Prag eingebracht, die sich gegen den sogenannten Sudetendeutschen Tag richtet.
Im tschechischen Abgeordnetenhaus lieferten sich Befürworter und Gegner der Veranstaltung einen hitzigen Schlagabtausch. Die einen sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung, die anderen warnten vor einer Infragestellung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Wann über den Antrag abgestimmt wird, war zuletzt noch offen.
Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg
Insgesamt waren rund drei Millionen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der nationalsozialistischen Besatzung aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden. Viele von ihnen fanden in der Bundesrepublik eine neue Heimat. Bayern hat seit 1954 die Schirmherrschaft über die Volksgruppe der Sudetendeutschen inne. Die Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen waren über Jahrzehnte stark belastet.
Der rechtspopulistische Regierungschef Andrej Babis hält sich bisher mit klaren Worten zu dem geplanten Treffen zurück. Er sprach von einer Bürgerinitiative, da die Sudetendeutschen von einem Kulturfestival eingeladen wurden. Die Oberbürgermeisterin von Brünn, Marketa Vankova, hat das Vorhaben öffentlich unterstützt.
Quelle: dpa
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