Gehört auf Arabella Bayern
Die Prinzenpaare fahren bei Umzügen oft auf Wagen mit. (Archivbild) — © Daniel Löb/dpaDaniel Löb/dpaFasching

Kuriose Faschingsbräuche: So wild feiert Bayern die fünfte Jahreszeit

Oberbayern: Schlafanzüge, Glocken und Rügegericht

Hemadlenzen in Dorfen
Hier wird der Winter im Schlafanzug verjagt. Pflicht am unsinnigen Donnerstag: Ihr tragt ein weißes Nachthemd, Unterhose und Zipfelmütze. Am Marienplatz wird die „Hemadlenz-Puppe“ am Galgen hochgezogen und unter Jubel verbrannt.

Maschkera in Mittenwald
Wer bis Mitternacht unerkannt bleiben will am unsinnigen Donnerstag, ist hier richtig. Maskierte Gestalten ziehen durch die Gassen. Besonders eindrucksvoll: Die Schellenrührer, die mit riesigen Glocken und viel Lärm den Frühling einläuten.

Haberfeldtreiben
Eine Tradition am Faschingsdiesntag mit Lautstärke: „Zottelbärte“ mit geschwärzten Gesichtern ziehen mit Kuhglocken umher. Dabei wird kein Blatt vor den Mund genommen - Dorftratsch und Verfehlungen der Bürger werden öffentlich und lautstark angeprangert.


Oberpfalz und Schwaben: Kaiser, Hexen und ein falscher Bär

Chinesenfasching in Dietfurt
„Kille Wau!“ statt „Helau“. Am unsinnigen Donnerstag verwandelt sich Dietfurt in „Bayrisch-China“. Ihr feiert dort in gelben Gewändern den Umzug des Kaiserpaares. Ein einzigartiger Brauch, der auf einer historischen Anekdote beruht.

Lauinger Hexenverbrennung
Am Gumpigen (unsinnigen) Donnerstag kämpfen in Lauingen die Winterhexen gegen die Frühlingsnarren. Das Ende ist vorhersehbar, aber spektakulär: Der Frühling siegt und symbolisch brennt die Oberhexe. Ein Spektakel mit fast 450 Jahren Tradition.

Der „Isbär“ von Scheidegg
Ein kurioses Missverständnis ist heute UNESCO-Kulturerbe. Vor über 100 Jahren hielten die Scheidegger einen Hund für einen Eisbären und erschossen ihn. Heute führt der „Isbär“ als Maskottchen den großen Narrensprung mit über 3.000 Hästrägern an.


Niederbayern: Wilde Wesen aus dem Wald

Fahrnbacher Habergoaß

Am Faschingssonntag kommen im Bayerischen Wald wunderliche Wesen aus den Verstecken, um den Winter zu vertreiben. Wenn sich alle symbolisch verhaut haben, endet das Treiben friedlich bei einer deftigen Brotzeit im Wirtshaus.

Frauenauer Rauhnacht

Cowboy und Indianer könnt ihr Faschingsonntag woanders spielen. In Frauenau baut ihr Masken nach alten Sagen. Wer beim Wettbewerb die wahnwitzigste Verkleidung präsentiert, gewinnt den geschnitzten „Turandl“, einen Glashüttengeist.


Franken: Akrobatik und Streifen-Look

Allersberger Flecklashexen

Vergesst das Klischee der buckligen Hexe am Faschingsamstag. Diese Truppe besteht aus 13 jungen Männern, die topfit sind. Sie werfen sich durch die Luft und bauen Menschenpyramiden. Der „Zaubertrank“ aus der Brauerei fließt hier erst nach der Show.

Neue Pumpernickel in Greding

Dank alter Aufzeichnungen wurde dieser Brauch am Faschingsonntag wiederbelebt. Die rot-grün gestreiften Pumpernickel gehören heute fest zum Bild beim Brauchtumsumzug in Hilpoltstein und pflegen eine uralte Tradition.


Ganz Bayern: Die Bettelhochzeit

Dieser Brauch ist etwas für alle, die gerne Rollen tauschen. Früher feierten so Dienstboten, die sich keine teuren Bälle leisten konnten. Heute ist es eine parodistische Hochzeit - oft auf dem Misthaufen - bei der Männer die Braut spielen. Die Ehe hält allerdings nur symbolisch bis zum Aschermittwoch.

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