
Falsche Impfbescheinigungen in 1.290 Fällen - Arzt verhaftet
Der Arzt aus dem Landkreis Landshut sitzt laut der Generalstaatsanwaltschaft seit Dienstag in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Nürnberg hatte zuvor einen Haftbefehl gegen den Mann und 88 Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Die Ermittler stellten bei der Durchsuchung bei dem Verdächtigen Unterlagen und Datenträger sicher. Durchsuchungen gab es auch bei Personen, die für sich oder ihre Kinder falsche Impfnachweise bei den Behörden vorgelegt hatten.
Landratsämter wurden hellhörig
In Bayern müssen alle Kinder und Jugendliche gegen Masern geimpft sein, die eine Kindertagesstätte oder eine Schule besuchen. Das Masernschutzgesetz gilt auch für alle nach 1970 geborenen Beschäftigten in solchen Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen sowie für Menschen, die die in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und Flüchtlinge wohnen.
Die Ermittlungen hatten der Generalstaatsanwaltschaft zufolge verschiedene Landratsämter ins Rollen gebracht, die hellhörig geworden waren. Diese hatten zuvor in vielen Fällen Impfunfähigkeitsatteste von Kindern erhalten. Nachdem die Behörden diese nicht akzeptiert hatten, wurden stattdessen Impfnachweise vorgelegt, die der Verdächtige ausgestellt hatte. Demnach waren darunter auch Kinder, die weit von der Praxis des Arztes entfernt wohnten und normalerweise bei einem Kinderarzt in Behandlung waren.
Quelle: dpa
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