
Bayern will 50.000 Urteile veröffentlichen
Manuelle Prüfung durch Servicemitarbeiter
Die Software «ALeKS» wurde bereits seit März 2026 beim Oberlandesgericht München getestet. Nun erfolge eine Ausweitung auf weitere Nutzer, hieß es weiter. Ob ein Urteil veröffentlicht werde, entscheide die Richterin oder der Richter. Für die Anonymisierungen seien dann bei den Oberlandesgerichten angesiedelte zentrale Anonymisierungsstellen zuständig, die bis zum 1. Juli aufgebaut werden sollen. Servicemitarbeiter sollen die per KI anonymisierten Entscheidungen noch manuell überprüfen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz erleichtert die Herausgabe von Urteilen.
Anonymisierung kostet bislang viel Zeit
«Es kostet sehr viel Zeit, wenn eine Richterin oder ein Richter ein Gerichtsurteil veröffentlichen will», sagte Eisenreich. Zum Schutz der Verfahrensbeteiligten mussten bislang alle sensiblen Daten wie Namen, Geburtsdaten oder Adressen manuell in der Akte geschwärzt werden. Das neue Anonymisierungstool erledige das in Sekunden. «Dadurch entlasten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich, beschleunigen die Veröffentlichung von Urteilen und fördern zugleich die Transparenz sowie den Zugang zum Recht.»
Kooperation mit Niedersachsen
Das Tool «ALeKS» steht für «Anonymisierungs- und Leitsatzerstellungs-Kit zur smarten Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen». Für die Grundlagen hatte Bayern in einem Forschungsprojekt mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die automatisierte Anonymisierung von Gerichtsurteilen untersucht und einen Prototyp entwickelt. Gemeinsam mit Niedersachsen wurde dieser Prototyp weiterentwickelt und wird nun fortlaufend ausgebaut.
Quelle: dpa
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